Linux auf dem iPhone
gestern meldete Golem euphorisch, dass es einer Gruppe der Entwickler gelungen ist, Linux-Betriebssystem auf iPhone und iPod Touch zu installieren. Nachdem ich mir den Artikel aber genauer angeschaut habe, erfuhr ich, dass das Projekt doch noch in der Kinderschuhen steckt. Zwar konnten die Entwickler ein richtiges Linux auf iPhone und iPod Touch portieren, es fehlen noch zahlreiche Funktionalitäten, wie grafische Benutzeroberfläche oder eine Möglichkeit, Tastatureingaben zu tätigen, ohne das Gerät ständig am PC angeschlossen haben zu müssen. Sich freuen über die Möglichkeit, eine Kommandozeile auf dem iPhone zu haben können nur harte Linux-Kerle. Das Gerät von Apple ist ja genau deswegen so populär geworden, weil man es so einfach bedienen kann und hier kommen ein paar Leutchen und machen daraus eine Linux-Konsole und möchten, dass andere ihre Freude teilen. Naja. Ich bin zwar ein Linux-Anhänger, aber das heißt lange nicht, dass ich aus meinem iPod-Toch so etwas machen lasse. Nie im Leben. Klar, wird jetzt jemand im Kommentaren schreiben, dass es nur ein Anfang ist und so. Das erinnert mich stark an eine ein bisschen ältere Meldung von Spiegel Online, über Physiker, denen es gelungen ist, einen Stoff zu entwickeln, der Menschen unsichtbar machen kann. Der Artikel war mit einem Bild mit einem durchsichtigen Menschen, versehen. Ich klickte den Artikel an und las ihn durch. Ich fand heraus, dass es keinen Zusammenhang zwischen der im Überschrift genannten Entwicklung und dem Bild gibt. Die angebliche Entwicklung funktioniert in der Realität nur im Labor und nur im Vakuum.
Ich würde mich eher freuen, wenn die Linux-Entwickler sich die mühe geben würden und die Schrift-Unterstützung und allgemein die grafische Oberfläche verbessern würden. Sei es KDE oder Gnome, beide erweisen meiner Meinung nach, große Schwächen, was Design und Usability angeht.

11. April 2009 um 14:04
Ich denke, diese Sichtweise – “nicht komfortabel, noch nicht benutzbar usw.” ist zu kurzsichtig. Das Entscheidende am Erfolg, wenn auch nur eine Kommandozeile auf dem Iphone zum laufen zu kriegen, ist die Möglickeit root-access zu den sonst vollkommen hermetischen Mobilplattformen zu bekommen um mit den Geräten irgendwann das zu machen was der Benutzer will, und nicht das was Apple will.
Ein Iphone ist auch nur ein Computer, doch halt einer den man nicht souverän benutzen kann, solange man nicht linux drauf installieren kann; wer das nicht einsieht hat nicht verstanden worum es sich bei freier Software geht.
Meiner Meinung nach ist das “Bequemlichkeitsargument” zweitranging aber offensichtlich scheinen viele User darauf hereinzufallen und geben lieber ihre Souvernität an einen Konzern ab, ob nun Apple oder Microsoft ist da auch egal; Android ist auch keinen Deut besser:
linux-magazin.de/online_artikel/linux_als_offene_mobilplattform